Die Akteure in der brandenburgisch-sächsischen Lausitz fiebern einem Net Zero Valley entgegen und hoffen auf einen Zuschlag für eine solch zukunftsweisende Modellregion. Eine transparente Kommunikation über die Chancen und Potenziale auch für ansässige Unternehmen ist für die Industrie- und Handelskammern (IHK) Cottbus und Dresden in dem Prozess sehr wichtig. Über 170 Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen in Brandenburg und Sachsen sowie Stakeholder nutzten das heutige IHK-Unternehmensforum in der Lausitzhalle Hoyerswerda, um sich über aktuelle Entwicklungen, neue Geschäftsfelder, innovative Technologien und Fördermöglichkeiten zu informieren.
Jens Warnken, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus, machte deutlich: „Die große Resonanz aus der Unternehmerschaft zeigt, dass die Wirtschaft den Weg zu einem erfolgreichen Net Zero Valley aktiv mitgestalten möchte. Die notwendige nachhaltige Transformation kann nur mit den Lausitzer Unternehmen gelingen. Deshalb begleiten wir den Prozess von Beginn an und werden das auch weiterhin federführend für die Wirtschaft tun.“
Der Net Zero Industrial Act der EU stellt in Aussicht, dass Unternehmen in einem so genannten Net Zero Valley besondere Vorhaben realisieren können. Das betrifft zum Beispiel in großem Maßstab Investitionen in Erneuerbare Energien, um langfristig Energiekosten zu reduzieren und die regionale Energieversorgung zu stärken. Auch Kooperationen zwischen kleinen und mittelständischen Unternehmen und Großunternehmen bei Forschungsthemen und in der Innovationsentwicklung sollen erleichtert werden.
Um die notwendigen Anreize für neue Ansiedlungen zu schaffen, wird es nach Ansicht der Kammern jedoch erforderlich sein, weitere besondere Rahmenbedingungen zu schaffen. „Welche wirtschaftlichen und steuerlichen Anreize Investitionen in Netto-Null-Technologien befördern können, ist noch zu prüfen“, sagte Dr. Andreas Sperl, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Dresden. „Es müssen alle Unternehmen gleichermaßen davon profitieren können, das ist wichtig.“
Auch wenn der Net-Zero Industry Act schnellere und unbürokratischere Genehmigungsverfahren ermöglicht, müssen bestehende Hürden abgebaut und Energiekosten gesenkt werden, damit neue Produktionsstätten, Infrastrukturprojekte und Innovationszentren zügig entstehen können. Mit Blick auf diese Beschleunigungsziele müssten dringend alle Potenziale zur Abspeckung von Planungs- und Genehmigungsverfahren geprüft werden.
„Runde Tische mit Unternehmen, Verwaltung und Politik wären ein Weg, um konkrete Lösungsvorschläge zu erarbeiten und in die Umsetzung zu bringen“, so IHK-Präsident Jens Warnken. So sollten beispielsweise Prüfumfänge auf ein nötiges Minimum reduziert werden. Dazu sollten Prozesse und Verfahren optimiert und standardisiert, Digitalisierungspotenziale gehoben und Personalressourcen optimiert werden.
Von der Politik brauche es Unterstützung auf allen Ebenen – von der EU über den Bund sowie über die Landes- und Kommunalebene – und ein Zusammenspiel aus regulatorischer Klarheit, finanzieller Unterstützung und einer leistungsfähigen Infrastruktur, damit der Standort Lausitz als Net Zero Valley wettbewerbsfähig ist.
Status Quo Antragsverfahren:
Bis Ende der Woche soll der offizielle Antrag für ein Net Zero Valley Lausitz in den Ländern Brandenburg und Sachsen eingereicht werden. Der Antrag beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle für STARK-Strukturfördermittel zum Aufbau einer Net Zero Valley-Geschäftsstelle in Görlitz und Cottbus, die auch als Anlaufstelle für Unternehmen fungieren soll, wurde am 10. März abgegeben. Ein symbolischer Antrag auf ein Net Zero Valley Lausitz wird am 18. März an den Vizepräsidenten der EU-Kommission, Stéphane Séjourné, in Brüssel übergeben – im Beisein der Wirtschaftsstaatssekretäre Thomas Kralinski (Sachsen) und Dr. Friederike Haase (Brandenburg) und einer IHK-Delegation aus der Lausitz.
Rückfragen, Interviewanfragen und Kontakt:
Büro der Bürgermeisterin von Spremberg/Grodk
Am Markt 1, 03130 Spremberg/Grodk
Tel.: 03563 340-102
E-Mail: buergermeisterin@stadt-spremberg.de
Internet: www.LAUSITZRUNDE.de